Wettbewerb Abdankungshalle, Steinhausen, ZG

„Lemniskate“

Wettbewerb auf Einladung, 2012

Dem Stoff, sei es als einfaches Tuch im muslimischen Glauben oder als Totenhemd im christlichen Glauben, kommt eine grosse Bedeutung zu. Introvertiertheit und die Assoziation an den Stoff als letzte schützende Ummantelung bestimmen deshalb den Entwurf. Den äusseren Rahmen der Situation bilden die vorhandenen Bäume, einen zweiten die bestehenden Umfassungsmauern und die neuen Formhecken. Den dritten und innersten Rahmen bildet der neue Baukörper. So entsteht eine Abfolge von Umhüllungen, in deren schützendem Innersten eine Atmosphäre der Sammlung entsteht. Der neue Baukörper nimmt das Vor- und Zurückspringen des bestehenden Baus und der Friedhofmauern auf und führt es in einer eigenen Sprache plastisch weiter. Wie bei einer Schatulle umhüllt ein gefalteter Blechmantel aus Kupfer den Baukörper. Sein Material nimmt dasjenige des Altbaus auf. Mit der Zeit wird die Patina die beiden Bauten einander annähren und sie in ihrer Farbigkeit verbinden. Die vertikale Faltung der Kupferbleche gibt der Fassade eine Tiefenwirkung, die Schatten und Lichtstreifen erzeugt. Die Natur kann in allen Konfessionen als Ort des Trostes dienen. Deshalb öffnet sich der Abdankungsraum auf zwei unterschiedliche Hofräume, die von Eibenhecken vom Umfeld abgetrennt sind.

Bauherrschaft: Gemeinde Steinhausen
Projektverfasser: OST Architekten, ZH
Landschaftsarchitektur: Hansjörg Gadient Landschaftsarchiteten BSLA, ZH
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