Wettbewerb Neubau Kindergarten Winkel, Rüti, ZH

„Papillon“

Wettbewerb offen, 2017

6. Rang

Das Projekt Papillon schlägt für den Neubau Doppelkindergarten Rüti ein freistehendes, zweigeschossiges Volumen vor. Durch die präzise Setzung in der Achse zwischen den bestehenden Schulhäusern zeigt sich das Volumen zur Lufingerstrasse und wird somit ein Teil der ganzen Anlage. Gleichzeitig lässt sie die Hügelkuppe frei und definiert einen grosszügigen Aussenraum für die Kindergärten. Die Positionierung im Hang erlaubt einen hindernisfreien Zugang von der Lufingerstrasse im Erdgeschoss sowie von der Hargartenstrasse im Obergeschoss. Der Aussenraum ist ein Kinder-Garten. Es ist ein behüteter und eingefriedeter Ort, in dem nicht Spielgeräte das Bild bestimmen, sondern Pflanzen. Pflanzen zum Klettern, zum Naschen, zum Verstecken, zum Basteln, zum Beobachten. Entlang der Umzäunung gruppieren sich diese Pflanzen zu Spielhainen. Die einfache und strenge Geometrie und die klar symmetrische Grundrisskonzeption wird durch das allseitige Knicken sowie die zwei Einschnitte in der Fassade unaufgeregt aufgelockert. Der Kindergarten wird durch die Faltungen zu einem Volumen mit einer eigenständigen Identität. Seine Position als Solitär wird zusätzlich verstärkt. Die Haupträume profitieren durch das leichte Knicken von einer optimalen Ausrichtung dem gewünschten Lichteinfall und von gezielten Ausblicken in den Aussenraum. Die zusätzliche Faltung im Dach – eine Neuinterpretation der charakteristischen Dachgestaltung der Heilpädagogischen Schule – beleuchtet die Haupträume von einer dritten Seite. Die vertikal gegliederte Holzfassade ist ruhig strukturiert. Ihre Farbgebung orientiert sich an der Backsteinfassade der Heilpädagogische Schule und wirkt ebenfalls identitätsstiftend. Ein grosszügig überdeckter Aussenraum bildet jeweils den Auftakt in das Gebäude. Die zwei Kindergärten und der Hort werden durch die zwei Geschosse klar getrennt. Die verbindende Halle im Zentrum wird durch ein Oblicht natürlich belichtet und profitiert zusätzlich vom Lichteinfall der Eingänge. Sämtliche Räume gliedern sich um die Halle und werden direkt erschlossen. Die Kindergärten im Obergeschoss erhalten mit den Garderoben, als Erweiterung der Halle, einen angemessenen Vorraum. Die Haupträume sind über Eck angeordnet und werden dank einem Oblicht von drei Seiten belichtet, was gleichzeitig ein effizientes Querlüften ermöglicht. Die Haupträume sind nach Osten, respektive nach Süden ausgerichtet mit direktem Sichtbezug in den Aussenraum. Eine einläufige Treppe verbindet das Kindergartengeschoss mit dem Hortgeschoss. Die Räume des Horts sind nach Westen ausgerichtet. Das Gebäude ist als zweigeschossiger Holzelementbau konzipiert. Ein feiner Betonsockel nimmt den Terrainsprung auf und bildet das Fundament für die Holzkonstruktion. Die effiziente Bauweise gepaart mit dem kompakten Volumen und den langlebigen Materialien ermöglichen einen wirtschaftlichen und energetisch sparsamen Betrieb. Die wärmebrückenarme Konstruktion mit einem einfachen und klaren Dämmperimeter, der von Dach bis zur Bodenplatte EG reicht wird den Anforderungen an den Minergie Eco Standard gerecht. Für den sommerlichen Sonnenschutz sind Knickarmmarkisen vorgesehen. Dank der gebündelten Steigzonen und der einfachen Verteilung in der Schrankschicht kann der Technikraum auf ein Minimum reduziert werden.

Bauherrschaft: Gemeinde Rüti
Architektur: OST Architekten, ZH
Landschaftsarchitektur: Hansjörg Gadient Landschaftsarchitekt BSLA, GR
Visualisierungen: Space Communication GmbH, ZH
Mathias Strittkindergarten winkel, 6. rang