Wettbewerb Neubau Pfarreigebäude Ins, BE

„Albert“

Wettbewerb offen, 2016

Die 1963/64 erbaute Kirche St. Maria zeichnet sich einerseits durch seine klare, symmetrische Formensprache und andererseits durch ein einfaches, aber stimmiges Materialkonzept aus. Durch die präzise Setzung des Neubaus im Süden der Parzelle, und die sich zur Kirche hin verjüngende Volumetrie, wird ein neuer Aussenraum zwischen der Kirche und dem Pfarreigebäude aufgespannt. Die geometrisch verspielten, sich sanft zur Strasse abtreppenden Plattformen nehmen den Niveausprung auf und lässt und lassen einen freien Blick auf die Kirche St. Maria zu. Die Öffnung des Aussenraumes zur Strasse hin schafft es, auf eine selbstverständliche Art den Bezug der Kirche zum Quartier zu verstärken und den Bau in angemessener Weise in den Kontext zu integrieren. Das neue Pfarreigebäude stärkt diesen Bezug zusätzlich. So wird das Ensemble zum klar sichtbaren Bestandteil der Umgebung. Eine grosszügig dimensionierte Treppe verbindet die Plateaus und die Geometrien des Aussenraumes und führt auf den höhergelegenen Hauptplatz, der die Kirche, Sakristei und das neue Gebäude erschliesst. Der Neubau, wie auch der Sakristeianbau im Süden der Kirche, orientieren sich an der klaren, symmetrischen Formensprache des Sakralbaus. Die ruhigen Trapezformen komplementieren die stark expressive Formensprache der Kirche ohne mit dieser in Konkurrenz zu treten. Die unregelmässigen Geometrien des Aussenraumes knüpfen an das Figur-Grundspiel der Kirchenfenster an. Grüne Intarsien mit kleinwüchsigen Staudengewächsen und Blumenwiesen lockern die zu Sitzstufen ausformulierten Plattformen auf. Nördlich der Kirche verschmelzen die Intarsien zu einer zusammenhängenden Grünfläche. Durch die klare Gliederung des Volumens in ein murales Sockelgeschoss und ein darüber liegendes, leichtes Obergeschoss, integriert sich der Neubau ganz selbstverständlich in die im Quartier vorherrschende Massstäblichkeit. Die Materialisierung und der architektonische Ausdruck des neuen Gebäudes, orientieren sich an der klaren architektonischen Ausformulierung des Gotteshauses. Die Sichtbetonfassade des Sockelgeschosses übernimmt die Sprache der prägnanten Altarwand. Im Obergeschoss löst sich der Baukörper in eine feingliedrige, vertikale Stützenfassade auf. Die leicht konischen Betonstützen vermitteln durch die Verjüngung eine überhöhte Filigranität, die an die eleganten, vertikalen Fassadenöffnungen des Kirchenbaus anknüpft und dessen Massivität und Plastizität durch seine schlichte Eleganz ergänzt. Das Erdgeschoss, das die Büroräumlichkeiten beherbergt, wird von einem seitlichen Eingang erschlossen. Von dem kleinen Vorplatz, der den Auftakt zur Aussentreppe bildet, gelangt man durch den auf Strassenniveau angeordneten Eingang in ein angemessenes Foyer zu den Büroräumlichkeiten. Vom Hauptplatz gelangt man über den überdachten Aussenraum in das grosse Foyer, das zwischen dem Saal, dem Unterrichtsraum und dem Aussenraum vermittelt. Die einladende zweigeschossige Treppe verbindet die beiden Foyers miteinander.

Bauherrschaft: Gemeinde Ins
Architektur: OST Architekten, ZH
Landschaftsarchitektur: Hansjörg Gadient Landschaftsarchitekt BSLA, GR
Visualisierungen: Space Communication GmbH, ZH
Mathias Strittpfarreigebäude ins