Wettbewerb Erweiterung Schulanlage Münchenstein, BL

„Estragon“

Wettbewerb offen, 2016

5. Rang

Die 1952 erbaute Schulanlage besteht aus fünf zweigeschossigen Baukörpern die durch eine zentrale, überdeckte Pausenhalle zusammengebunden werden. Der parkähnliche Grünraum, geprägt durch seine bewusst angeordneten Bepflanzungen, umfliesst die Volumina und leistet einen wichtigen Beitrag zur sensiblen Einbettung der Anlage in die Umgebung – einem Wohnquartier mit vornehmlich zweigeschossigen Bauten ein. Der ebenfalls zweigeschossig gehaltene Baukörper gliedert sich ganz selbstverständlich im Sinne der ursprünglichen Anlage in den Park ein. Es wird ein zweiter, gleichwertiger Zugang zur Anlage geschaffen und diese als Ganzes in das Quartier eingebunden. Durch die ost – west Ausrichtung versteht sich der Ergänzungsneubau als dritter Klassentrakt. Volumetrisch und typologisch bildet er eine zeitgemässe Antwort und Interpretation der beiden bestehenden Einbündern. Die Qualitäten der den Aussenraum definierenden Längsfassaden und der Charakter der prägnanten Rasterstrukturen der beiden Schultrakte wird übernommen und weitergedacht. Der Eingang zum Neubau liest sich als Fortsetzung und Abschluss der Idee der Wegführung und der Eingänge des Bestandes. Der architektonische Ausdruck des neuen Gebäudes, orientiert sich an den prägnanten Rasterfassaden mit ihren vertikalen Proportionen. Der grössere Rasterabstand berücksichtigt gleichzeitig die gangseitigen, beinahe quadratischen Öffnungsproportionen und lässt eine grosszügige Klassenzimmerbelichtung zu. Die Ausfachung in Holz bricht die neuen Proportionen in ein ähnliches, stehendes Verhältnis wie die bestehenden Öffnungen und gewährleistet zugleich die Absturzsicherung der Öffnungsflügel. Die seitlichen Anbauten an die Trakte A und B nehmen Fassadenmaterialisierung und Öffnungsthematik der Gangfassaden auf eine unprätentiöse und ruhige Art auf. Das in Holzmassivbau konzipierte Gebäude wird Anforderungen an den Minergie-P Standard durch sein kompaktes Volumen und die wärmebrückenarme Konstruktion gerecht. Der Eingang wird durch das grosszügige, aber nicht dominante Vordach und den leicht zurückspringenden Windfang, klar markiert und begleitet den Besucher in die zentrale Eingangshalle – einer Ausweitung des mittleren, geräumigen, horizontalen Erschliessungsraumes. Dieser wird durch vier Lichthöfe belichtet und strukturiert. Im Erdgeschoss befinden sich die Hauswirtschaftsräume, das bildnerische Gestalten sowie das Reserveklassenzimmer. Über die zentrale, einläufige Treppe gelangt man in das Obergeschoss. Die vier Klassenzimmer sind der Schulanlage zugewandt. Zwischen je zwei Klassenzimmern befindet sich ein Gruppenraum, der von den Zimmern direkt erschlossen wird.

Bauherrschaft: Gemeinde Münchenstein
Architektur: OST Architekten, ZH
Landschaftsarchitektur: Hager Partner AG, ZH
Mathias Strittschule münchenstein, 5. rang